Sven Regener – Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt (2013)

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Karl Schmidt ist nach seinem psychichen Zusammenbruch vor ein paar Jahren nach zu viel Drogen und zu wenig Schlaf inzwischen trocken. Mitte der 1990er kutschiert er seine trinkenden und kiffenden Freunde auf der Magical Mystery Tour durch die gesamte Bundesrepublik.

Schnellwertung

Noch nicht gelesen

Hintergrund

Karl Schmidt ist ein guter Freund von Herr Lehmann und tritt in dem gleichnamigen Roman von 2001 ebenfalls auf.

Pressestimmen

Till Briegleb, Süddeutsche: „Denn Sven Regeners Bücher bestehen ja ebenfalls aus Laber-Flashs, wenn auch mit Niveau und als Gedankenprotokoll. Alle seine Romane und Blogbeiträge leben von der fein kommentierenden Beobachtung mit zahlreichen komödiantischen Zwischensprints, und nicht so sehr von der Aufschlüsselung irgendwelcher Hintergründe zu Erklärungszwecken. Funktionieren kann das über diese lange Strecke aber nur, weil Regener milieugenau ist.“
Edo Reents, FAZ: „Regener tut das mit allem Herzblut, das ihm zur Verfügung steht, und es ist erstaunlich, was er dem Milieu dabei noch so alles abgewinnt. Seine humane Prosa, eine mäandrierende, meistens parataktisch vorgehende Annäherung an die Wirklichkeit, verströmt ein ausgesprochen warmes Gefühl.“
Die Zeit: „Fünfhundert Seiten Skripte von Gesprächen dieser Tonart nebst sich parataktisch windenden inneren Monologen abzuliefern könnte man als besonders schmerzbefreit ansehen. Dagegen spricht, dass das Ganze von familienfreundlicher Harmlosigkeit ist. Bei Sexszenen wird abgeblendet, als wäre es ein amerikanischer Teeniefilm, nachgerade rührend. Es sieht deshalb eher aus, als zeuge Regeners duldsamer Realismus von aufrichtiger Zuneigung zu den Menschen und ihrem Eifer“

Frankfurt

Stolze 79 Kapitel umfasst der Roman und zumindest eins davon (das 57.) spielt in Frankfurt.
Anmerkung: Der „Krug“ wird später in der Tat doch „Bembel“ genannt, ha.

Frankfurter und Offenbacher
„Ferdi fühlte sich ’nicht so nach den Frankfurtern‘, wie er sagte […]“
„‚Aber du wohnst in Offenbach‘, sagte Frido. ‚Dann kann er doch nicht sagen, dass die Frankfurter recht hatten, wenn es ein Offenbacher war, der was gesagt hat. Falls Offenbacher überhaupt was zu sagen haben!'“
„‚Aber Offenbach ist ja auch das Beste überhaupt. […] Nach Offenbach ist Frankfurt ja auch das Zweitbeste!'“

Zur alten Eiche, Sachsenhausen (vermutlich das Eichkatzerl)
„‚Wir hätten auf die Frankfurter hören sollen.‘ Dazu hob er ein Glas mit Apfelwein und stieß mit Spaka HNO und Frido an, dass es schepperte. Wir waren in der Apfelwein-Kneipe ‚Zur alten Eiche‘ in Frankfurt-Sachenhausen […]“ „[…] und so waren wir also in der Alten Eiche gelandet bei Fleischgerichten, die ‚Schäufelchen‘ und ‚Leiterchen‘ hießen und die uns Frido und Spaka HNO, die beiden Frankfurter, auf die wir Raimund zufolge hätten hören sollen, wärmstens ans Herz gelegt hatten, ebenso wie den Apfelwein, von dem alle schon ordentlich was intus hatten, wenigstens nahmen sie ihn mit Mineralwasser, also gespritzt, bis auf Schöpfi, der ihn pur aus dem Krug in ein Glas schüttete, gegen alle Warnungen der Frankfurter, auf die wir hätten hören sollen […]“
„[…] weil er und nicht ich bei der Getränkebestellung einen Rüffel bekommen hatte, denn er hatte ‚wider besseres Wissens‘, wie die Frankfurter ihm vorgehalten hatten, ‚Er kennt doch die Alte Eiche!‘, Bier gewollt, und der Kellner, der Frido immer zärtlich auf den Kopf patschte, wenn er an ihm vorbeikam, hatte ihn hämisch ausgelacht und ihm gesagt, wenn er Bier wolle, dann solle er doch in eine Bierkneipe gehen […]“

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